Do, 12 November, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr
Stadthalle Northeim, Medenheimer Str.4,37154 Northeim
Foto: Frank Brüderli -Welches Brot erinnert Sie an Ihre Kindheit? An den Duft in der Backstube, die erste Scheibe vom frisch
angeschnittenen Laib oder an das gemeinsame Abendbrot mit der Familie?
Für Prof. Michael Kleinert ist diese Frage eng mit seiner eigenen Biografie verbunden. Er wurde in vierter
Generation in eine Bäckerfamilie in Bad Lauterberg im Harz hineingeboren. Brot gehörte von frühester Kindheit an
zu seinem Alltag. In der Bäckerei seiner Eltern lernte er selbst den Beruf des Bäckers – und damit das
Lebensmittel Brot von Grund auf kennen.
Beim 1. Northeimer BrotKulturAbend „Das Brot meiner Kindheit“ wird diese persönliche Geschichte zum
Ausgangspunkt für eine Reise durch Geschmack, Erinnerung und regionale Brotkultur. Gemeinsam wollen wir
entdecken, warum Brot weit mehr als ein Grundnahrungsmittel ist: Es ist ein Stück Heimat und Identität und
verbindet Menschen und Generationen.
Er kennt die Sprache des Brotes und spricht sie auch
Kleinerts Weg führte ihn von der Backstube über das Studium der Lebensmitteltechnologie an die renommierte
Bäckereifachschule Richemont in Luzern und anschließend zu Hiestand International. Dort verantwortete er
Projekte u.a. in Malaysia, Singapur und Japan sowie später die Produktion Schweiz mit mehr als 300
Mitarbeitenden. 2004 wechselte er in die Wissenschaft. Heute leitet er das Institut für Lebensmittel- und
Getränkeinnovation der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Wädenswil.
Als Experte für Brotaromatik und Mitautor des Buches „Die Sprache des Brotes“ beschäftigt er sich damit, was
gutes Brot ausmacht – und warum Geschmack und Geruch so eng mit unseren Erinnerungen verbunden sind.
Musikalische Umrahmung der Veranstaltung, also „BROTMUSIK“ mit Leonora und Jojo Schulze
Viele nennen ihn den „Brotpapst“, einige sagen er hätte das Rad neu erfunden: Das Rad der Aromen des Brotes
Im Mittelpunkt des Abends steht deshalb nicht ein wissenschaftlicher Vortrag, sondern Brot und die Menschen,
die damit Geschichten verbinden. Was war das Brot unserer Kindheit? Warum können uns bestimmte Düfte und
Aromen Jahrzehnte später an einen Ort, einen Menschen oder einen besonderen Augenblick zurückversetzen?
Und welches Brot möchten wir kommenden Generationen als Teil unserer Esskultur weitergeben?
Dabei richtet sich der Blick bewusst auf Northeim und den Harz. Ein kräftiges Roggenmischbrot steht beispielhaft
für eine regionale Brottradition, geprägt von Roggen, Sauerteig, Zeit und bäckerischem Können. Brot wird an
diesem Abend betrachtet, gerochen, beschrieben, geschmeckt – und natürlich gemeinsam gegessen.
Der Blick zurück führt auch nach vorn. Eine lebendige Brotkultur bewahrt Tradition nicht einfach, sondern
entwickelt sie weiter. Gutes Brot kann Genuss, Gesundheit, regionale Wertschöpfung und Nachhaltigkeit
verbinden. Für Kleinert ist Brot deshalb auch „essbare Nachhaltigkeit“ – ein alltägliches Lebensmittel mit großem
Potenzial für unsere Ernährung der Zukunft.
So verbindet der Abend eine persönliche Geschichte mit einer größeren Frage: Welche Brotkultur wollen wir
bewahren und an die nächste Generation weitergeben?
Denn fast jeder Mensch hat eines: das Brot seiner Kindheit